2010 wird Rixdorf / Neukölln 650 Jahre alt.

 

Das Böhmische Dorf will Autofahrer vergraulen
In den kommenden Jahren soll das Viertel rund um die Neuköllner Richardstraße
schöner werden. Berliner Zeitung, 6.8.2010

2010 wird Neukölln 650 Jahre alt:
www.650-jahre-neukoelln.de

Neukölln hieß bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung in der Gründungsurkunde vom 26. Juni 1360 Richardsdorp, später Rieksdorf und schließlich Rixdorf. Der Ortskern befand sich am Richardplatz. Richardsdorf gehörte anfangs dem Johanniterorden, dem Nachfolger der Tempelritter, die in Tempelhof ansässig waren. Aus diesem Grund trägt das Wappen des Bezirks das Johanniterkreuz.

1737 gestattete Friedrich Wilhelm I. die Ansiedlung böhmischer Exilanten in Rieksdorf, die wegen ihres evangelischen Glaubens vertrieben wurden. Diese Anhänger der Herrnhuter Brüdergemeine bauten ihre eigene Kirche und siedelten in einem eigenen Bereich abseits des Dorfangers, entlang der heutigen Richardstraße. Das entstandene Böhmische Dorf erhielt schließlich im Jahre 1797 als Böhmisch-Rixdorf eine eigene Verwaltung.

Mit der Wiedervereinigung der beiden selbstständigen Gemeinden Böhmisch-Rixdorf und Deutsch-Rixdorf am 1. Januar 1874 zur Einheitsgemeinde hatte der Ort Rixdorf bereits 8.000 Einwohner, und wuchs im Folgejahr auf 15.000 Einwohner. Seit dem 1. Mai 1899 bildete Rixdorf, bis dahin als größtes Dorf Preußens zum Kreis Teltow gehörig, einen eigenen Stadtkreis.

Die Änderung von „Rixdorf“ zu „Neukölln“ erfolgte im Jahre 1912 und wurde von den Behörden deshalb beschlossen, weil der damalige populäre Gassenhauer „In Rixdorf ist Musike“ negativ für den Ort empfunden wurde. Der Name leitet sich von den nördlich des alten Rixdorf gelegenen Neucöllner Siedlungen ab, die auf die Lage vor den südlichen Toren des alten Berlin-Cölln hinweisen.

Mit dem 1. Oktober 1920 wurde der Stadtkreis Neukölln zusammen mit den Dörfern Britz, Rudow und Buckow als 14. Verwaltungsbezirk nach Groß-Berlin eingemeindet. Nach der Verwaltungsreform am 1. Januar 2001 gehört der Ortsteil Neukölln nunmehr zum achten Berliner Bezirk Neukölln.

Quelle: Artikel Berlin-Neukölln. In Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.

Bearbeitungsstand: 19. Januar 2008, 09:38 UTC. URL (Abgerufen: 24. Januar 2008, 08:40 UTC)

 

Das Böhmische Dorf in Berlin Neukölln (Böhmisch-Rixdorf)

 

Nach der Schlacht am Weißen Berg von 1620 kam es in Böhmen zu einer Rekatholisierung, die dazu führte, dass in den folgenden Jahrzehnten immer mehr Protestanten das Land verließen. 1722 entstand auf dem Sitz von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf in Herrnhut (sorbisch: Ochranow) in der Oberlausitz die Gemeinde Ochranov, etwas später eine andere in der Nähe von Potsdam (Nova Ves, heute Potsdam-Babelsberg). Ab 1737 siedelten sich die Flüchtlinge (350 im Jahre 1737) auf Anregung und Einladung von Friedrich Wilhelm I. auch auf dem Gebiet von Rixdorf an, wo sich bereits seit 1360 die Gemeinde Richardsdorp befand, die in Deutsch-Rixdorf und Böhmisch-Rixdorf geteilt wurde. Beide Gemeinden erhielten ihre eigene Verwaltung. Im Jahre 1805 hatte Böhmisch-Rixdorf 319 und Deutsch-Rixdorf 376 Einwohner.

Am 28. April 1849 erfasste ein Feuersturm beide Dörfer, bei dem von den damals 135 Häusern Deutsch-Rixdorfs und den 56 Häusern Böhmisch-Rixdorfs insgesamt 52 Häuser niederbrannten. Der Wiederaufbau war 1853 abgeschlossen, dabei wurde allerdings die ursprüngliche Architektur nicht immer erhalten. Eine Ausnahme ist das Gebäude Richardstraße 80 (heute Sitz der Deutschen Comenius-Gesellschaft e.V.). In den Folgejahren setzte ein deutliches Bevölkerungswachstum ein; im Jahre 1858 hatte Böhmisch-Rixdorf bereits 1014 und Deutsch-Rixdorf 2823 Einwohner.

Im Jahre 1874 erfolgte die Wiedervereinigung Rixdorfs, 1899 erhielt Rixdorf das Stadtrecht, 1912 erfolgte die Umbenennung in Neukölln und acht Jahre später im Jahre 1920 wurde der Stadtkreis Neukölln zusammen mit den Nachbargemeinden Britz, Buckow und Rudow im Rahmen des Groß-Berlin-Gesetzes als 14. Verwaltungsbezirk (Neukölln) nach Groß-Berlin eingemeindet.

Das gesamte Ensemble der Gebäude des früheren Böhmisch-Rixdorf steht heute als Böhmisches Dorf unter Denkmalschutz und gilt als bedeutendes Kulturdenkmal.

Artikel Böhmisch-Rixdorf. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 1. Oktober 2008, 20:21 UTC. URL (Abgerufen: 27. Oktober 2008, 14:03 UTC)

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